TERMKON (03/2010 bis 02/2013)

TERMKON ist ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Projekt zur "Integrativen Erstellung einer konsistenten Terminologie zur Verlässlichkeit (RAMS) in der Automatisierungstechnik". Ausgangsproblem des Projekts waren domänenspezifische Missverständnisse und Widersprüche im Sprachgebrauch zur Beschreibung der Verlässlichkeit technischer Systeme, die durch terminologische Unschärfen und Mehrdeutigkeiten verursacht wurden. Ziel des Projekts war deswegen die Entwicklung einer methodischen Grundlage zur Erstellung und Verifikation eines konsistenten methodischen Begriffsgebäudes, die am Beispiel der Verlässlichkeit automatisierungstechnischer Systeme auf ihre Eignung untersucht wird.
 
Im Zentrum dieses Projektes stand die Frage, wie die Vielfalt untereinander vernetzter fachsprachlicher Termini im interdisziplinären und übereinzelsprachlichen Dialog modelliert und transparent gemacht werden kann. Ziel war es, eine Theorie zu schaffen, die als Basis der Modellierung verschiedenster Terminologien unterschiedlicher wissenschaftlicher Diskurse und Unternehmen dienen kann. Im Rahmen dessen wurde auf Basis eines neu entwickelten Zeichenmodells ein Terminologiekonzept entwickelt, das in der Lage sein soll, Terminologien erheblich detaillierter und vernetzter abzubilden, als bisher möglich.
 
Damit werden Zeichensysteme terminologisch stringent formuliert und formalisiert sowie integrativ verknüpft. Als Ergebnis dieser Vorgehensweise werden Zeichen als Elemente eines Zeichensystems in ihrer Binnenstruktur differenziert und analysiert. Die Begriffsbildung wird darüber hinaus durch die konsequente Rückführung auf empirisch beobachtbare oder prognostizierbare Größen in Form von Attributhierarchien unterstützt.
 
Dabei wurden insbesondere die Schwierigkeiten von Zeichenrelationen in den Blick genommen – z.B. Synonymie, Homonymie, Polysemie, mehrere mögliche Übersetzungen, false friends. In intensiver Auseinandersetzung mit verschiedenen Zeichentheorien ist so ein neues Zeichen- und Zeichenrelationsmodell entstanden. Dieses wurde mit Seitenblick auf Probleme der Praxis und Probleme bestehender Systeme stetig weiterentwickelt. Das Projekt ist, wie jedes iglos-Projekt, als interdisziplinäres angelegt und gewinnt besonders durch den Dialog zwischen Linguisten, Terminologen, Informatikern, Ingenieuren, Übersetzern und Anwendern beständig an Vielschichtigkeit und Perspektivenreichtum.

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